Die schamanische Arbeit

 

 

Es gibt viele Formate der schamanischen Tätigkeit. Hier schildere ich den Heilkreis. Er ist eine sehr magische und wirkungsvolle Arbeit, von der alle Beteiligten profitieren. 

 

Die Schamanen hatten sich über die ganze Welt verteilt und dort ihre Spuren hinterlassen. Sie sind mit den Hexen oder auch Hexer, die vom Prinzip her das gleich machen, Grenzgänger zwischen den Welten. 

Die Menschen hatten mit der sogenannten Zivilisation den Kontakt zur geistigen Welt verloren. Deshalb gab es dann einige Auserwählte, die den Kontakt zwischen der alltäglichen und nichtalltäglichen Welt wieder herstellten. Von dem was bekannt ist, sind die Schamanen die ältesten Heilkünstler. Er ist aber nicht nur Heiler sondern ebenso der Vermittler von Botschaften und zugleich ein Sprachrohr der geistigen Welt. Der Schamane wacht nicht nur über die Gesundheit von Körper, Geist und Seele, sondern außerdem über den spirituellen Teil des Lebens. Es geht ihm um das Erlangen und Beherrschen von Macht, um das Glück in diesem Leben zu steigern. Seine Kräfte kann er beziehen von Geistern, durch Träume, Visionen, Begegnungen, außergewöhnlichen Erfahrungen und Dingen, die anderen verschlossen bleiben.

 

Die Geister sind immer mit uns und das was existiert, hat seinen Geist, so wie die Pflanzen, die Tiere, die Steine, der Wind, das Wasser und die Erde selbst.

Mittlerweile gibt es viele Menschen, die mit ihnen verbunden sind und sich dazu bekennen. Zum Glück finden sie immer mehr Beachtung, Anerkennung und Zuspruch.

Trotzdem bleiben noch genug Leute übrig, denen es unheimlich erscheint und die es ablehnen aus welchen Gründen auch immer.

Die Vergangenheit hat vieles vergessen lassen. Doch nur weil wir uns nicht erinnern können, bedeutet das, dass es das alles nicht gibt? Wenn ich Menschen vergesse oder sie nicht kenne, heißt es, dass es sie nicht gibt?

Die Trommeln, Rasseln oder ähnliche Instrumente, die uns in eine Trance gehen lassen, dienen gleichzeitig dazu unsere Spirits einzuladen. Wir sind also begleitet, beschützt und unterstützt von Krafttieren, unserem Kompetenzteam, Gottheiten und und und.

Wir stellen unseren Körper als Gefäß für die geistige Welt zur Verfügung, um durch sie an der betroffenen Person zu arbeiten. Wir invozieren die hilfreichen Spirits, jeder zu behandelnde benötigt andere, die ihr Heilungsritual durch uns vollziehen. 

Der Aufstellungsleiter des schamanischen Heilkreises setzt alle seine Erfahrungen ein, welche Spirits zu rufen sind und welche Person die Spirits bevorzugen.

Ein Hauch vom Duft des Rauches von Palo Santos schwebt noch genüsslich in der Luft. Der Klang der Trommel lässt mich einreiten in ein Land fern ab vom Diesseits. Die Trommel ruft mich und zieht mich in ihren Bann. Sie ruft mich nach Hause. Dort warten Mutter und Vater auf mich, eine Familie, wie sie irdisch nie sein kann. In diesem Land, kann ich atmen, sein wer und was ich bin, das Leben spüren. Die Rasseln tönen eine liebliche Melodie und zwischen jedem Takt wispert der Wind mir die uralten Lieder ins Ohr. Die Sonne blitzt mir in die Augen und lässt in ihnen goldene glitzernde Lichtpunkte tanzen. Ein strahlender Glanz hüllt nun die Umgebung ein.

Nebel steigt aus allen Ecken und Ritzen empor und aus seinem Innern flimmert und flirrt es heraus, um in seinem Zentrum ein Tor erscheinen zu lassen. Ein Tor zur magischen Welt, die sich mir öffnet, um freien Eintritt zu gewähren. Ich lasse mich entführen den Liedern folgend und höre meinen ureigenen Gesang, mein Lied des Lebens. Angekommen am Anfang aller Zeiten bin ich verwandelt. Demutsvoll nehme ich den Auftrag entgegen und weiß, was zu tun ist. Jede Körperzelle vibriert und ist erfüllt von der Magie, die die Weisheit hat, meinen Leib zu lenken, Tänze zu vollführen, still zu sein und doch nicht stumm, denn meine Kehle summt die uralten Heillieder der Ahnen. Ich habe das Gefühl in eine andere Zeit versetzt und an zwei Orten gleichzeitig zu sein. Der  heilende Tanz entfacht ein Feuers, der Hingabe, Zärtlichkeit und Heilungsmächtigkeit.

Der Gesang, der hypnotische Rhythmus der Trommeln und Rasseln, die Arbeit der anderen kommt zur Ruhe, das Tosen und Brausen der Zeremonie erstirbt zu einem Flüstern der Seelen, die ihre Energien einander durchströmen. Es ist vollbracht.

 

Inga Fischer