Der heilige Rauch

                 

Aus dem in Südamerika beheimatete Balsambaumgewächs Bursera graveolens wird das von uns genannte Palo Santo gewonnen. Bei den Indianer bedeutet der Begriff Palo Santo heiliger Baum. Deshalb können im Handel unter den Namen unterschiedliche Hölzer angeboten werden. 

Das Holz ist sehr beliebt zum Schnitzen, Räuchern, zur Herstellung ätherischer Öle und zur Unterstützung der Heilung von Krankheiten. 

Von Palo Santo ist bekannt, dass es als Analgetikum, Diuretikum, Aphrodisiakum, Insektizid, Entzündungshemmer und Schleimlöser genutzt wird. Es wurde gleichfalls mit einem Rindenaufguss wirksam gegen die Ruhr eingesetzt.

Eine weitere große Bedeutung wird dem Palo Santo als rituelles Reinigungsmittel zugeschrieben. Die bösen Geister werden durch den Duft vertrieben und die guten Energien eingeladen. Außerdem etabliert er einen Schutzraum vor Unglück, bösen Zaubereien und Übelkeit. Körper, Gegenstände, Räume und Gebäude werden von Unreinheiten und Anhaftungen aller Art gereinigt. 

Die Verarbeitung dieses Holzes oder des Harzes zur Räucherung unterliegen den unterschiedlichsten Rezepturen. Oft wird es allein in seinem natürlichen Zustand geräuchert. Der Rauch entfaltet eine Duftwolke von Zimt, Kokos und Weihrauch.

Das schwül süßlich riechende Rohmaterial hüllt uns in einen samtigen, balsamischen und fein würzigen Nebel ein. 

Der große Pflanzengeist ist ein facettenreicher, sanfter und gütiger, der unterschiedliche Erfahrungen mit einem breiten Spektrum möglich macht. Je nach Person und ihrer Gemütslage, Verfassung, Konstitution und Empfänglichkeit, je nach äußeren Umständen entfaltet sich die Wirkung anders. Sie kann von totaler Entspannung zur Anregung ausgelassener Aktivität und unterschiedlicher Stimmungen reichen. 

Deshalb findet die Anwendung des Palo Santo in ehrfurchtsvollem Respekt zu den spezifischen Zeremonien und Ritualen statt. 

So kann eine Anrufzeremonie Körper, Geist und Seele intensiver miteinander verbinden. Es kann gleichsam nur ein Bestandteil davon mehr angesprochen werden. Je nachdem, was bei der Person zur Zeit dran ist. Der Pflanzengeist lässt jedem zukommen, was die Person am meisten benötigt.

Er kann sich zu einem Seelenschmeichler auftun, der stimulierend, euphorisierend oder reinigend auf den Menschen eingeht. Die Sinnlichkeit, Lebendigkeit, Kreativität und Phantasie werden angesprochen.

Mehr Lebensfreude, Selbstvertrauen, Geborgenheit, Ruhe, Entspannung und Vertrauen überhaupt können zugelassen werden.

Er kann uns in Tiefen befördern, Verbindungen zur geistigen Welt herstellen oder uns einfach in Liebe sein lassen.

Jeder hat mit diesem Pflanzengeist sein höchst individuelles Zusammentreffen und erhält seine auf ihn zu geschnittene Lehre.

Astrologisch wird diese Pflanze der Venus zugeordnet und bekommt besonders neben der Ästhetik, Schönheit und Harmonie einen Platz.

Im Tierkreis darf Palo Santo den Stier reiten. Stiermenschen sagt man nach, dass sie verstehen ihr Leben zu genießen und sie wichtige Dinge hegen und pflegen. Sie schätzen Gut, achten auf Werte und ihnen steht der Sinn nach Ästhetik. 

Ein Ritual unter astrologischen Gesichtspunkten können genau den Venus- und Stieraspekt im Menschen angesprochen werden. 

Verneigen wir uns in achtsamen respektvollem Sinn vor Dankbarkeit für seine vielseitigen Gaben uns vor dem Pflanzengeist Palo Santo.

 

 

Wort und Bild: © Inga Fischer