Die Igelkraft

 

 

Dem Igel, unser kleiner stacheliger Freund, wurde auf der Erde in verschiedenen Erdteilen unterschiedliche Symbolkraft zugesprochen.

Das Anlegen von Vorräten sind für die Einen Räuberei, Habsucht und Völlerei und für die Anderen bedeutet es Klugheit und Reichtum.

Vielleicht will uns der Igel damit auf die beiden Seiten der Messlatte aufmerksam machen. Schnell kann die Waage von einem Extrem ins andere pendeln. Egal auf welcher Seite wir stehen, Übertreibung kann sich hinderlich auswirken. Schauen wir mit Bedacht auf unsere Vorräte und setzen sie klug und weißlich ein.

Das Sammeln und Anlegen von Rücklagen gelingt dem Igel nur in Fleiß und Ausdauer. Er lenkt unsere Aufmerksamkeit in eine bestimmte Richtung. Wer auf Reserven zurückgreifen möchte, dem empfiehlt es sich, vorausschauend in strebsamen Tun zu begeben. Wie das Sprichwort sagt: „Ohne Fleiß, kein Preis.“

Dass der Igel ein schlauer Kopf ist, beweist auch, dass sein Bau zwei Ausgänge hat. Seine Sensibilität bezieht sich zu dem auf die Veränderung der Windrichtung. Das nutzt er, um dann dem Wind Einhalt zu gebieten durch seinen Bau zu toben und stopft den entsprechenden Ausgang zu. 

Wo in unserem Leben können wir auf diese Sensibilität von Veränderungen und deren konsequenten Handeln zurückgreifen und sie uns zu nutze machen?

Der Scharfsinn des Igels wird außerdem gelobt, weil er bei Gefahr und Angriffen sich zu einer Stachelkugel zusammenrollt und dass seine einzige Kampfhandlung ist.

Seine so aufgezeigten Grenzen durch den Einsatz des Körpers assoziieren in uns, unseren Körper fit und gesund zu halten und darüber hinaus ihn etwas mehr zu trainieren. Der Igel hat einen guten Instinkt für Gefahren und trifft sofortige Maßnahmen. Wo schauen wir oft zu, wenn jemand unsere Grenzen übertritt, ohne dagegen einzuschreiten? Oder sind wir es, die dauernd Grenzen übergehen und uns wundern, wenn uns mit Abwehr entgegen getreten wird? Beim Aufstellen seiner Stacheln ist dem kleinen Tier egal, ob ihm ein großes Wesen gegenübertritt. Für den Igel ist nicht die Größe des anderen Tieres entscheidend, sondern dass Gefahr droht und setzt sich unbeirrt sofort zur Wehr. Dann kommen Außenstehende gleichsam schwer an ihn heran. Möchte der Igel uns auffordern, dass wir mehr zu uns selbst stehen und uns verteidigen? Allzu oft stellen wir unser strahlendes Licht unter den Scheffel anstatt den Schatten zu erhellen und sich zu zeigen in voller Kraft und Größe.

Gleichzeitig möchte er mit seinem weichen Bauch auf unseren weichen Kern hinweisen, der unseren Schutz und Stärke benötigen.

Das Einigeln verhilft uns zusätzlich uns einen geschützten Raum der Ruhe zu verschaffen. So bekommen wir Zeit zur Innenschau und Reflexion. Dort können wir uns einen guten Überblick über unsere Belange verschaffen, um in entspannter Gelassenheit dort heraus zu treten. 

Der Igel besitzt starke Klauen und Beine, die ihm einen festen Stand am Boden ermöglichen. Mit dieser Standfestigkeit ist er gut ausgerüstet sich auf der Erde zu behaupten. Meist macht der Igel darauf aufmerksam, dass die Person, zu der er kommt, eine starke Verletzlichkeit aufweist oder tiefer in das Lebensgeschehen eindringt als andere. 

 

 

Diese Menschen sind aufgerufen, sich selbst zu akzeptieren, ihrer Umgebung nicht zu erlauben, sie auf irgend eine Art und Weise zu schädigen. Mit der Ausstattung der mächtigen Igelmedizin sind sie gut in der Lage ihre Wahrheiten zu schützen und zu verteidigen.

Das Aufstellen der Stacheln symbolisiert gleichzeitig die Strahlen der Sonne und wird damit als eine mächtige Medizin angesehen, die unser Strahlen zum Vorschein bringen möchte.

Als ein Geschöpf der Nacht hat der Igel einen ausgeprägten Geruchs- und Gehörsinn und die räumliche Nähe zur Erde zeigt nicht nur eine natürliche sondern überdies eine machtvolle Verbundenheit auf. Er vernimmt klar ihre Stimme und ist so in Geheimnisse eingeweiht, die unter der Oberfläche liegen. Der Igel ist ein weiser Lehrer, der uns unterrichtet, wie wir verborgenes Wissen und Weisheiten aufdecken können.

Wir Menschen, die mit Igelmedizin ausgestattet werden oder zu denen der Igel einen Weg findet, sind aufgefordert die Gabe der Hellhörigkeit dankbar anzunehmen und auf die Botschaften zu achten, die uns gesendet werden. Das heißt, ohne Zweifel auf seine Intuition zu achten und die Dinge zu hören, die andere nicht wahrnehmen. Der ausgeprägte Geruchssinn verweist auf unseren guten Spürsinn und diesen nutzvoll zum Wohle aller einzusetzen.

Da Igel nicht so gut sehen können, sollten sich Igelmenschen nicht zu sehr darauf verlassen, was sie sehen, um nicht einer Täuschung aufzuliegen. Um auf der Erde gut bestehen zu können, wurden seine anderen Sinne im besonderen Maße ausgestattet, um mit diesem Potential zu Erfolg zu kommen.

Den Igeln wird in demselben Maße nachgesagt, dass sie liebevolle und kinderfreundliche Wesen sind und gleichfalls einen guten Tastsinn haben. Jeder kann für sich daraus ableiten, welche Bedeutung das für ihn hat.

Nach westlichen Aberglauben sind Hexen, die im Westen auch verkannt werden, fähig die Gestalt eines Igels anzunehmen. Im Mittelalter gehörte der Igel zu den Verbündeten der Hexe. Mit seinem guten Gehörsinn, sollte man in seiner Gegenwart keine Geheimnisse aussprechen.

 

Foto und Text: © Inga d.fischer