Bärenmedizin

 

Den Bären findet man außer in der Natur auch als ein bekanntes Sternenbild den großen und kleinen Bären am Himmel, das in Richtung Nordosten zeigt und ein wichtiger Orientierungpunkt für Seefahrer ist. In Vornamen versteckt sich der Bär als Ursula, Björn und Bernhard. Oft ist er ebenso als Wappentier zu bewundern. Das große Ansehen des Bären spiegelt sich in Nordamerika bei den Indianern als Beschützer, Kräuterkundiger, mächtiger Krieger und Heiler wieder, der als Großvater Bär hoch in Ehren gehalten wird. Bei den sibirischen Völkern bekommt der Bär einen besonderen Platz als Lehrer der Schamanen und wird als der mythologische Vorfahre angesehen. Der Bär besitzt ein großes Heilpflanzenwissen nicht zuletzt durch seine ausgewogene Ernährung. Wenn er einem erscheint, heißt es, dass man vom Bären zum Kräuterkundigen berufen wird.

Der Bär gilt in vielen indianischen Kulturen als Beschützer, König der Tiere und wird als weiser Lehrer und Schutzpatron verehrt. 

Der Bär zieht sich im Winter in seine Höhle zurück und begibt dort zur Ruhe. Wenn wir Antworten auf die Fragen des Lebens suchen ziehen wir uns dem Bären gleich in unsere innere Höhle in den Raum des Schweigens zurück. In diesem Zyklus des in sich versenken, um zur Ruhe gekommen wollen wir die Antworten, die wir so dringend im Außen suchen, mit aller Kraft des Bären aufspüren. Die Macht des Wissens offenbart uns in diesem geschützten Raum mit seinen subtilen Energien Perspektiven, zeigt uns unsere Ressourcen und Potentiale auf. Tief in unserem Inneren durchschreiten wir Türen und Tore zu unseren Visionen und Träumen, die wir unter der Last des Alltags begraben, vergessen und in das namenlose Land geschickt haben. So durchqueren wir unvorstellbare Ebenen von Vorstellungsvermögen, die in uns eine Kraft der Klarheit und Kreativität heran wachsen lassen, um sie in das tägliche Leben mitzunehmen. Vielleicht entstehen in dieser Gegend der Abgeschiedenheit neue Projektideen, die schon lange unbewusst in uns schlummerten. In der Lebensphase unseres inneren Winterschlafes können gleichfolgend vergangene Erfahrungen verdaut werden. Wir können uns ausruhen und neue Kräfte sammeln. Selbst Meditationen können Auftankphasen und erholsame Rückzucksmomente sein, bei denen  neue Energien sich entfalten. In unserem Leben geraten wir immer wieder in Abschnitte, bei denen wir auf uns selbst geworfen werden. Nutzen wir diese sinnvoll und machen das Beste daraus, um einen qualitativen Sprung in unserem Wachstum zu wagen. Aus dem Winterschlaf erwacht, fordert der Bär uns auf mit neuer Kraft dem Leben entgegen zu treten gleich einer Wiederauferstehung.

 

Durch das gespeicherte Körperfett kommt der Bär gut durch den Winterschlaf. Er zeig uns damit, dass wir genauso einen inneren Energiespeicher besitzen von dem wir in einer Rückzugsphase profitieren können. Gleichfalls macht er darauf aufmerksam, dass nach der Ruhephase der Bau verlassen wird. Der Bär zeigt sich in seiner vollen Kraft und Schönheit und bringt seine Jungen mit. Tun wir es ihm gleich und bringen unsere Kraft mit Entschlossenheit nach Außen, leben unsere Visionen und Träume und gehen mit dem Leben.

Bären sind gute Kletterer und verspielt. Oben in der Höhe des Baumes hat er einen weiten Blick. Verschaffen wir uns immer mal wieder einen Überblick und uns Klarheit und erklimmen ungeahnte Höhen. Wenn wir von Oben auf etwas herab schauen, können wir Unterschiede wahrnehmen, wir sehen etwas genauer und präziser, manches wird verständlicher und mit aller Deutlichkeit offenbart sich uns, was bisher vielleicht im Verborgenen geblieben ist. 

Verschaffen wir uns unsere Freiräume für Spaß und Spiel und tollen mit dem Leben um die Wette. Die Bärenkinder bleiben bis zu zwei Jahren in der Obhut der Mutter und lernen, was es fürs Überleben zu lernen gibt. Alles braucht seine Zeit und Geduld ist dann immer ein guter Berater. Taucht der Bär auf, kann es sein, dass er uns in die Obhut nimmt. Wir dürfen dann ein Weilchen unter seinem Schutz wie seine Jungen uns entwickeln, seine Fürsorge genießen und in Ruhe ins Leben neu hinein wachsen. 

Dem Bären wird außerdem eine weibliche empfangene Kraft zugeordnet. Seine weiblichen Aspekte spiegeln sich in den erdverbundenen Dingen wie sein warmes Fell, das eine erdbraune Farbe aufweist, die sorgfältige Aufzucht seiner Jungen und sein ganzes Lebensumfeld, dass direkt mit Mutter Erde verbunden ist. Die weibliche Kraft ist mit der Intuition gekoppelt, die ihre volle Berechtigung im Leben hat, doch nicht immer den ihr gebührenden Platz, der ihr zusteht, einnehmen darf. Jeder möge bei sich selbst forschen, wie es bei ihm damit bestellt ist. 

Das Weibliche ist das empfangene Element und so bringt Bärenmedizin die Möglichkeit mit sich seinen Kanal zu den feinstofflichen Energien zu öffnen oder zu erweitern.

Bärenmedizin vermittelt Ruhe, um in brenzligen Situationen einen kühlen Kopf zu bewahren und Mut, Neues zu schaffen. Wenn es darauf ankommt, bringt er Kraft, sich zu verteidigen und seinen „Mann“ zu stehen. 

Auf der ganzen Welt wird der Bär von Schamanen und Medizinmenschen in Visionssuchen und Heilungszeremonien angerufen. Sein Fell schützt vor Angriffen aller Art und verleiht Stärke, die Bärenklaue überträgt die Heilkraft des Bären auf den Träger und seine Zähne schützen vor Dämonen. Dem Bärenfett werden viele Heilkräfte zugesprochen. 

Das Krafttier Bär verleiht das Gefühl für den richtigen Zeitpunkt und hilft, sich mit Mutter Erde und der Natur zu verbinden. Dabei ist die Erde der Körper, das Wasser das Blut, die Luft der Atem und das Feuer der Geist. 

Es ist Zeit in die Kraft zu gehen und sie zu leben, sich etwas zu zutrauen, den inneren Heiler zu entdecken und im Einklang mit der Natur zu sein. Der Bär zeigt verschiedene Wege auf, ein Ziel zu erreichen, Möglichkeiten auszuschöpfen und den richtigen Weg zu finden. 

 

Sei herzlich Willkommen.

 

Wort und Bild: © Inga Dorit Fischer