Gedankensplitter 

Kleiner Gedankenexkurs zu Grenzen 

 

Grenzen sind nur ein gedankliches Modell, um uns Landkarten zu erschaffen, die Gestalt der Erde mit ihren Naturerscheinungen und Territorien gebildeter Staaten erfassen zu können. Aber dieses Modell lässt uns besser sehen, wahrnehmen und erkennen. Wir brauchen Grenzen, um einen Halt zu finden, uns abzugrenzen zwischen du und ich - Wer bin ich und wer bist du? - und zwischen ich und wir. Wo fange ich an und höre ich auf? Was macht mich aus in meiner Individualität im Unterschied zu anderen oder in der scheinbaren Gleichheit - denn es gibt nur die begriffliche Gestaltung des Wortes gleich, um zu klassifizieren, aber nichts ist identisch oder eineindeutig gleich zu einem anderen Wesen - ? Ich brauche gedankliche Grenzen, um ganz bei mir zu sein, mich zu erkennen und meinen Weg zu gehen. So bin ich der Kartograf der Landkarte meines Lebens und setze mir Grenzen und halte sie für real. Ich bastele mit eine Landkarte von meinem Leben durch Wörter, Symbole, Zeichen, Gedanken, Ideen, Träumen und Visionen und kann in ihnen erstarren, denn eine Landkarte ist nicht die Realität, sie ist nicht das Land. Wir machen Pläne, um festzustellen, dass die nicht erfüllbar sind aus den unterschiedlichsten guten Gründen. In unseren Gedanken an die nicht realisierbaren Plänen, kreieren wir uns daraus ein „Problem“, anstatt die Pläne der Realität anzupassen, um gut weiter gehen zu können. Also ist es günstiger unsere gedanklichen Grenzen zu verschieben in welche Richtung auch immer.  ….

 

Es gäbe noch so viel dazu zu sagen  …  aus diesen Gedanken heraus entstand das folgende Gedicht    …   Vielleicht regt es den einen oder anderen zum Nachdenken an   …

 

Eure begrenzte Inga im grenzenlosen Vertrauen 

 

 

Grenzen für unsere Grenzenlosigkeit 

 

Grenzen, die wir festgelegt haben 

in einer Dualität der Polarität, 

um uns zu erkennen und zu begreifen, 

einen Widerhall zu finden für unser sein. 

 

Grenzen sind nicht unumstößlich 

an ihrer Scheidewand zwischen dem einen und anderen, 

haben ein Zwischenspiel in den Polen,

bereit neu auszuloten im Experiment Leben.

 

Grenzen in ihrer Starrheit bringen uns 

in einen harten schweren Kampf, 

erzeugen Krieg, Hass und Neid, 

sind doch veränderlich in ihrer Beweglichkeit. 

 

Grenzen wollen verstanden sein, 

um uns selbst zu verstehen in Stimmigkeit, 

zu gehen in Balance mit den Ereignissen, 

um in uns selbst in Liebe zu fallen. 

 

© Inga Fischer