Aufstellungen 

 

Ich habe in den letzten elf Jahren vielen Aufstellungen beigewohnt, als Stellvertreter gestanden und eigene Anliegen aufstellen lassen. Von Anfang an faszinierte mich diese Methode, die mannigfaltige Schicksale mit wenigen Worten und großen Wirkungen zum Vorschein brachte. Ebenso durfte ich oft von den positiven Veränderungen im Leben der Aufsteller erfahren, erleben und fühlen. Mein persönliches Wachstum verdanke ich in gleicher Weise den starken Auswirkungen meiner Aufstellungen. Wenn gleich anfangs das Phänomen „Aufstellungen“ schwer erklärbar war, gab der Erfolg dieser Methode Recht.

Kurz zusammengefasst würde ich sagen:
Aufstellungen sind in den Raum gestellte innere Bilder der aufstellenden Person von Verbindungen zu Menschen oder anderem, die die derzeitige Ordnung im jeweiligen System zum Vorschein bringt. Dieses Bild ist Informationsträger, das die Gestaltung von Beziehungen mit ihren wiederkehrenden Mustern und ihrer Qualität besonders deutlich sichtbar und uns somit bewusst zugänglich gemacht wird.

In jedem Beziehungsgefüge gibt es einen stimmigen Zustand, der ohne Probleme und von Frieden zwischen den Beziehungsträgern ist. Um diesen so Nahe wie möglich zu kommen, bietet sich die Aufstellungsarbeit als eine Methode dafür an.
In der Praxis wird von einem „wissenden Feld“ gesprochen, dass sich in jedem Menschen widerspiegelt. Somit trägt jeder Mensch Informationen über sein gesamtes Beziehungsfeld nicht nur seiner Sippe und Familie in sich und ist gleichzeitig dessen Empfänger und Sender. Daraus können lösende Bewegungen entstehen. Dieses Feld unterliegt ein Gleichgewichts- und Lösungsbestreben inne, in dem die größte Kraft die Liebe ist. Es folgt offenbar der Tendenz in eine friedvolle Neuordnung, in Versöhnung und in den Fluss des Lebens zu kommen.

Jeder Mensch spürt die Auswirkungen der vorhandenen Ordnung in seinem Beziehungsfeld, die oft jenseits von Bewusstsein, Wollen und Können sind. Nachhaltig wird das eigene Leben und anderer über Generationen beeinflusst, wenn die Ordnungen durch Familienmitglieder verletzt werden. In unerkannter Liebe werden Schicksale getragen, Gefühle erfahren und für fremde Schuld gesühnt von Menschen, die oft gar nicht bekannt sind.
Einen tiefen Einfluss auf das Leben des Menschen haben somit die Beziehungen zu den Verwandten, Partnern, Kindern, Freunden, Kollegen und nicht zuletzt zu ihm selbst und seinem Körper. Er kann sich in bestimmten Beziehungen und Zusammenhängen gefördert und genährt fühlen, in anderen blockiert, verstrickt und gefangen in Reaktionsmustern. Das System, in dem der Mensch lebt, kann in Unordnung geraten, unterschiedlichste Probleme tauchen auf, die gelöst und in eine neue Ordnung gebracht werden wollen. Diese Dynamik funktioniert, weil Familienmitglieder einander in Liebe und Treue verbunden sind und bereit sind, das Bedürfnis nach Ausgleich herzustellen.

 

 

Inga Fischer